11 Kulturerbe
Geschichte

Die Geschichte der Feuerschützen ist so ergiebig und umfangreich, daß sie Bände füllt. Verständlicherweise kann sie daher auf dieser Homepage nur auszugsweise wiedergegeben werden.
Die Entstehung der "Passauer Schützengesellschaft" - Feuerschützengesellschaft nennt sie sich erst seit etwa 1895 - reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Das Aufkommen der Armbrust stärkte das Selbstbewußtsein der Städter gegenüber den Herrschenden. Je brauchbarer diese Spannschießgewehre wurden und je tüchtiger die Bürger damit umzugehen verstanden, desto erbitterter wurde die Armbrust anfangs von Adel und Kirche verdammt. Papst Innocenz III. verbot den Gebrauch der Armbrust noch im Jahre 1215.
 Die aufmüpfigen Passauer Bürger, die sich der ungeliebten Fürstbischöfe entledigen wollten, sahen in dieser Waffe die Gelegenheit dazu und so entstand aus der anfänglichen Armbrustrotte die "Stachelschützengesellschaft". Es bestand ja auch das Gebot des Magistrats, daß jeder mündige Bürger das Schießen zu lernen hatte.
Als etwa ab 1350 bekannt wurde, daß es sogenannte Feuerrohre geben würde, machten sich die Passauer kundig und fanden bald in dem Büchsenmacher Walther von Arles aus Frankreich den geeigneten Mann, um ihnen solche Büchsen herzustellen und den Umgang mit Pulver beizubringen. Am 17. Mai 1379 bestätigt dieser Walther von Arles die Herstellung von drei Büchsen und der Unterweisung vn einigen Mutigen im Umgang damit. So ein Handrohr bestand normalerweise "... aus einem etwa 60 cm langen Eisenrohr, das an einem Ende offen war, ein oben gelegenes Zündloch am hinteren Ende besaß und an einem langen geraden Stiel befestigt war. Der unerschrockene Schütze schüttete eine gewisse Pulvermenge in den Lauf, stieß einen Pfropfen hinterher und ließ die Kugel nachfolgen. Dann schüttete er weiteres Pulver in das Zündloch, klemmte den Stiel unter den Arm, richtete seine Handkanone auf das Ziel und berührte das Zündloch mit einer glühenden Kohle oder glimmenden Lunte, nicht ohne zuvor seinen persönlichen Schutzheiligen angerufen zu haben."